Giuseppe Torelli |
Giuseppe Torelli, 1658 bis 1709, gebürtiger Veroneser, lernte sein Handwerk wie Corelli in Bologna, wo er bis 1695 in der Capella S. Petronio als Streicher wirkte. Nach sechs Jahren in Wien kehrte er nach Bologna zurück und wirkte bis zu seinem Tod in der von Perti neuaufgebauten Kapelle. Gemeinsam mit Albinoni begründete Torelli die Tradition des Violinkonzerts. Seine zahlreichen Werke für eine, zwei oder vier Trompeten verdanken wir der speziellen Bologneser Tradition; Bologna war das wichtigste italienische Zentrum der Trompetenmusik.
Das Konzert in D-Dur ist von allen Torelli-Konzerten das bekannteste; Torelli bahnte durch Herausarbeitung der offensichtlich durch aufführungspraktische Überlegungen hervorgerufenen Klangkontraste den Neuerungen Vivaldis den Weg.
Auch die Sinfonia in D-Dur ist in der Trompetenstimme durch die Technik des Clarinblasens bestimmt, die die damalige ventillose Naturtrompete erforderte: fanfarenhafte Dreiklangsmotive, Tonrepetitionen, Oktavsprünge und rasche, virtuos wirkende Skalen, wobei der Solist bis zum 16. Naturton gehen konnte. Allerdings war das Blasen in den hohen Registern außerordentlich anstrengend, so daß sich die Werke häufig durch Frische und Kürze auszeichnen. Besonders hervorzuheben sind das Andante, das mit ansprechenden Seufzermotiven eröffnet wird, und das abschließende Allegro, das über einem bewegten dreitaktigen basso ostinato aufgebaut ist, der, verschiedentlich transponiert, insgesamt zwölfmal erklingt.