Gottfried Heinrich Stölzel, 1690 bis 1749, wurde in Grünstädtel im Erzgebirge als Sohn eines Organisten geboren. Über seine Ausbildung bei Christian Umblaufft schrieb er in seiner Autobiographie: Dieser fromme, fleißige und redliche Mann brachte mich zu einer gründlichen Fertigkeit im General-Baß, zugleich auch in Zusammensetzung des Concerts. Doch wurde, zu meinem Glücke, dieses letztere nur soweit getrieben, daß mir Raum blieb, durch das schwarze Notengewölcke ungehindert nach der Sonne der Melodie blicken zu können. Er trat zunächst in Gera und Leipzig als Komponist hervor und unterrichtete 1710 bis 1712 in Breslau, bevor er 1713 nach Italien ging. Von da aus wanderte er über Prag und Bayreuth nach Gotha, wo er bis zu seinem Tod 1749 wirkte. Seine Schreibweise verbindet italienischen Stil mit deutscher Polyphonie; er schrieb in zahlreichen Gattungen, etwa 22 Opern und zahlreiche Kantaten, und war ein weit nach seinem Tod überaus geschätzter Komponist. Sein Concerto grosso in D-Dur gehört zu seinen berühmtesten Instrumentalwerken; es hebt die Farbenpracht des Trompetenklangs besonders hervor, die in den verschiedensten Schattierungen erscheint: der zarte Ton des zweiten Satzes, in dem der lyrische Charakter des Instruments betont wird, erhebt sich in den Ecksätzen bei den virtuos-festlichen Stellen zu hellem Leuchten.