Marc-Antoine Charpentier

 

Der Pariser Marc-Antoine Charpentier, 1643 (?) bis 1704, ist der Schöpfer eines vielfältigen und reichen musikalischen Werkes, hatte aber das Pech, seinen Zeitgenossen Lully, der ihn mißachtete, zum Konkurrenten zu haben. So konnte er nur am Rande des französischen Hofes Karriere machen, nur Weniges von ihm wurde gedruckt und bald nach seinem Tod war er vergessen. Erst die Musikwissenschaft in unserem Jahrhundert hat sich ihm wieder gewidmet und Hörenswertes zu Tage gefördert, wobei die funktionsgebundene geistliche Musik an erster Stelle steht. Auch das überaus bekannte Prélude - vielleicht eine der bekanntesten Melodien, sie wurde als erste Komposition überhaupt auf Schallplatte eingespielt und dient der Eurovision als Sendezeichen - bildet den ersten von neun Sätzen eines Te Deums. Es bietet der Trompete Raum für die Entfaltung all ihrer strahlenden und gleichzeitig melodischen Pracht: Der eingängige Auftakt entläßt sie nach zarten Umspielungen alsbald in jubelnde Höhen. Das Te Deum wurde von Charpentier um 1691 für Solisten, Chor, Holzbläser, Trompeten, Pauken, Streicher und basso continuo in Paris geschaffen und gehört zu den Motetten, von denen er über vierhundert komponierte.

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